Gewächshaus als Projekt

Die Errichtung eines Gewächshauses sollte sorgfältig geplant werden.

Ein Gewächshaus sollte nicht zu klein bemessen werden. Je kleiner das Volumen eines Gewächshauses, um so höher ist das Krankheitsrisiko für die Pflanzen. Ein Gewächshaus sollte deshalb mindestens eine Fläche von 12 Quadratmetern und eine Firsthöhe von 2,30 Metern haben. Das Klima ist um so ausgeglichener, je höher und steiler der First ist.

Steht die Größe des Gewächshauses fest, ist die Frage des Standortes zu klären. Der First sollte möglichst in Ost-West-Richtung liegen und das Gewächshaus immer im Sonnenlicht stehen. Auch im Winter sollte das Gewächshaus viel Sonne haben, der lange Schattenwurf von umstehenden Gebäuden, Bäumen und Ähnlichem ist zu beachten. Es sollte weder in einer Senke noch im freien Wind stehen. Ist der Standort aus gartenbautechnischer Sicht geklärt, muss geprüft werden, ob der Standort auch rechtlich geeignet ist. Hierzu gilt es an erster Stelle, das örtlich zuständige Bauamt zu kontaktieren. Aber auch wenn aus Sicht der Baubehörde keine Einwände bestehen und das Gewächshaus entweder genehmigungsfrei errichtet werden kann oder eine Baugenehmigung erteilt wird, dürfen nachbarrechtliche Aspekte nicht vernachlässigt werden. Diese werden von einer bauaufsichtlichen Prüfung und sogar von einer Baugenehmigung nicht erfasst. Um hier schon im Vorhinein jeden Ärger auszuschließen, sollte schon zu Beginn einer jeden Planung mit den Grundstücksnachbarn über das Projekt gesprochen werden. Bei Widerständen seitens von Nachbarn bieten sich oftmals Tauschgeschäfte an. Zum Beispiel erlaubt man dem Nachbarn die Errichtung einer Garage auf der Grenze und dieser ist mit dem Gewächshaus einverstanden.

Die Qualität der Gewächshauskonstruktion hängt wesentlich von der Güte und der Dicke der verwendeten Aluminium-Profile ab. Nimmt man Stahl, sollte dieser feuerverzinkt sein. Nimmt man als Bauelement Glas, so ist zu bedenken, dass Glas nicht besonders gut isoliert, leicht bricht und die ultraviolette Strahlung schlecht durchlässt. Es ist dafür aber billig. Bei Polykarbonatplatten ist die Außenseite meist gegen UV-Licht geschützt, sie sind aber schlechter lichtdurchlässig als Glas. Heute nimmt man in der Regel Stegdoppel- oder – noch besser – Stegdreifachplatten aus Polykarbonat, Dicke mindestens 6 – 8 Millimeter, für beheizte Gewächshäuser mindestens 16 mm.

Bei den Fundamenten ist zu beachten, dass Punktfundamente nur für leichtere Konstruktionen ausreichend sind. Im Zweifel sollte das Gewächshaus etwas massiver als notwendig gebaut werden. Es sind schon häufiger geschehen, dass ein Gewächshaus bei starkem Sturm aus der Verankerung gerissen worden. Im Zuge des Klimawandels muss in Zukunft häufiger mit Starkstürmen gerechnet werden.

Das Gewächshaus sollte eine Belüftung im Dach und zur Seite hin haben, auf der Ostseite sollten mindestens zwei Automatikfenster verbaut werden. Die Lüftungsfläche sollte mindestens ein Viertel der Glasfläche betragen. Dazu zählt auch die Tür. Diese sollte mindestens so breit gewählt werden, dass eine Schubkarre hindurch passt. Beleuchtung, eine Ventilation und eine Heizung (elektrisch oder mit Propangas) für die sehr kalten Tage im Winter sollten vorhanden sein. Folglich sollte in der Projektierung der Stromanschluss nicht vergessen werden. Auch an die Ableitung des Regenwassers muss gedacht werden, hier ist eventuell eine Drainage vorzusehen.

Um das Gewächshaus herum sollte immer ein Plattenweg führen, damit man von jeder Seite von außen heran kommt. Im Gewächshaus ist der Boden zu verfestigen und mit einem etwa 60 bis 70 cm breiten Mittelweg versehen werden. Es sollte ein Arbeitstisch vorhanden sein und eine Gießwasserpumpe.

Ein Gewächshaus wird in der Regel von einem Fachbetrieb ausgeführt. Bevor ein solches Unternehmen auf den Hof kommt, bietet es sich manchmal an, über den Bau eines Carports nachzudenken. Denn diese sind von der Konstruktion her mit der von Gewächshäusern nah verwandt, so dass Unternehmen, die Gewächshäuser anbieten, oftmals auch Carports errichten. Mit einer solchen Kombination lässt sich oftmals eine erkleckliche Geldsumme einsparen.

Neuerdings werden sogenannte Cabrio-Gewächshäuser immer beliebter. Bei diesem Typ Gewächshaus lässt sich das Dach fast komplett weg schieben oder weg klappen, was in den Sommermonaten zu einem idealen – nicht zu heißen – Klima führt. Auch lassen sich solche Gewächshäuser – bei entsprechender Größe – durch Gartenmöbel enorm aufwerten. Bei schönem Wetter können die Gartenmöbel wie im Freien genutzt werden, wird das Wetter schlechter, ist man trotzdem geschützt und kann weiterhin im “Grünen” sitzen. Auch ist es möglich, ein solches Gewächshaus durch Anbau an ein Wohnhaus fast wie einen Wintergarten zu nutzen, obwohl dies den oben aufgezeigten Kriterien für den Standort des Gewächshauses in gewisser Hinsicht widerspricht. Hier muss aber jeder selbst entscheiden, was für ihn selbst wichtiger ist: Die optimale Unterbringung der Pflanzen oder – auch – eine Zusatznutzung ähnlich wie die in einem Wintergarten.

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